Frank Stans

Frank Stans

Missionar

Frank Stans (gesprochen: Frangkch Ssstahhns) ist ein Mönch aus Leidenschaft und ein freundlicher junger Mensch, mit Reisekleidung und einem Kreuz um den Hals. Er hat blonde Haare, blaue Augen, ist etwa 1,74 m groß (je nach Absätzen) und wiegt eigenen Aussagen zufolge 80 kg. Auffällig sind die samtene, melodische Singstimme und der ungewöhnliche Dialekt. Frank ist 25 Jahre und hat schon einen leichten Bauchansatz vorzuweisen. Er wurde im Jahre 1861 in Grütli, Kanton Uri (Schweiz), geboren. Sein Vater und seine Mutter waren Alphornbauer. Er lebte in einem kleinen Bergdorf hoch droben in den Alpen, ganz nah an und in der Natur.

Schon immer liebte Frank die Ferne. Seine Eltern, die einmal in ihrem Leben bis Bern gekommen waren, konnten nicht verstehen, dass der kleine Frank sich nicht mit dem Bergdorf Grütli und seinen 38 Einwohnern zufrieden gab. Sehnsuchtsvoll hörte er den Erzählungen des Dorflehrers von weiten Meeren, unerforschten Dschungeln und heißen Wüsten zu und überraschte seine Mutter tags darauf mit der kühnen Vermutung, dass es Völker geben müsse, die noch nie den Klang eines Alphorns im Schein der untergehenden Sonne gehört hätten.

Der entscheidende Augenblick in Franks Leben war im Sommer 1868. Als er von einer einsamen Bergtour zurückkehrte, fragte ihn ein entgegenkommender Fremder nach dem Weg Richtung Mailand. Franks Augen begannen zu leuchten, und im Gespräch erfuhr er, daß der Fremde Missionar war und in Rom erfahren würde, welchem Volk als nächstes die Glück verheißende Lehre durch seinen Mund zuteil werden solle. Frank war vollkommen begeistert, als er hörte, dass die Kirche ihre Missionare auf eigene Kosten in die entferntesten Ecken der Welt sandte. Er verabschiedete sich von dem Priester und blickte ihm noch lange nach. Nachts lag er wach und träumte von langen Reisen zu den entferntesten Winkeln der Welt. Er stellte sich Gruppen von wilden Stämmen vor, die ihn begrüßten und seine weisen Lehren begeistert aufnahmen. Wie wenig die Schweiz dem Urwald glich, wurde ihm schon am nächsten Tage klar – denn seine Eltern nahmen seine Visionen weniger begeistert auf, als die Wilden im Traum seine Lehren. Vergeblich versuchte sein Vater, ihm klarzumachen, dass eine Karriere als Alphornbauer, Holzfäller oder gar Schreiner die Zukunft Grütlis entscheidend verändern könne. Er geriet mit Frank in großen Streit, der darin gipfelte, daß der Jungmissionar sein Bündel packte und gen Süden zog. Drei Tagesreisen weiter südlich lag eine Benediktinerabtei, in der Frank eigentlich nur nächtigen wollte.

Als er dem Abt, Bruder Johannes, aber von seinem Gefühl erzählte, er müsse unbedingt nach Rom, um dort Missionar zu werden, sah dieser Frank vor der untergehenden Sonne, deren Strahlen ihn wie eine Korona umhüllten. Er war überzeugt, dass dies ein Zeichen sei (überliefert ist sein begeisterter Ruf: “Siehst Du dieses Licht?”). Spontan bot er Frank an, in den Orden einzutreten und von ihm persönlich zum Missionar ausgebildet zu werden. Franks mit vollem Mund geäußerte, schwer verständliche Antwort nahm er als klares “Ja” auf.

Eineinhalb Jahre später war Frank im Besitz der Lehre, einer Bibel und gründlicher Geographiekenntnisse. Er wusste, in welchen Winkeln der Erde sich die noch Ungläubigen aufhielten. Seine erste Missionsreise ging jedoch nicht nach Afrika, in die Wüste oder in andere heiße Gegenden. Er wurde von seiner neuen, heiligen Mutter Kirche insNordwestterritorium Kanadas gesandt, zu den letzten, noch ungläubigen Eskimos. Doch das störte Frank nicht, denn er verkündete die Lehre mit heißem Herzen und dem Feuer der Begeisterung, und nach einem Jahr in der eisigen Wildnis konnten viele Eskimostämme das Vaterunser mit Schwytzer Akzent aufsagen. Sein Projekt einer Kirche aus Eis im hohen Norden, möglichst nahe am (noch unerforschten) Nordpol ließ den heiligen Stuhl jedoch kalt. Er wurde zurückbeordert und ist nun auf Wanderschaft im wilden Süden Bayerns, wo er den letzten, von der Zivilisation noch weitgehend unberührten Bergstämmen das Licht der Wahrheit bringt.

Bei seinem Heimatorden, den Benediktinern, ist Frank eine kleine Berühmtheit. Man nennt ihn scherzhaft Der auf dünnem Eis tanzt. Beim heiligen Stuhl ist er allerdings eher berüchtigt, da er regelmäßig Schreiben verschickt, mit dem Tenor “Habt ihr schon daran gedacht, den Xingu-Indianern im westlichen Amazonasbecken das Vaterunser beizubringen?” oder “Was hält der Heilige Vater von einer Kirche auf Piaúi im Südpazifik?” 

Hier im Süden Bayerns ist Bruder Frank sozusagen in Wartestellung, er brennt darauf, irgendwohin zu neuen Missionsreisen aufzubrechen. Bietet jemand ihm an, eine Reise irgendwohin zu machen, die er nicht selber finanzieren muss, so ist er sofort dabei, ohne erst in Rom nachzufragen. Er hat ausgezeichnete geograpische Kenntnisse, insbesondere über den Norden, beherrscht die Sprache mancher Dschungelvölker in Bruchstücken und kann das Vaterunser in 14 Sprachen aufsagen (jedesmal mit Grütlier Dialekt).

Frank ist davon überzeugt, daß die Welt gerettet wird, wenn erst alle Menschen das Vaterunser (Grütli-Dialekt) können. Er ist ein zuverlässiger Begleiter, der so manchen Abenteurer in den Schatten stellt, da er nicht so leicht einzuschüchtern ist und über profunde Glaubens-, Orts- und Sprachkenntnisse verfügt. Zumal hat er eine große Überzeugungskraft, da er an das, was er predigt, aus vollem Herzen glaubt und unbewusst sein mediales Talent einsetzt, um die richtigen Worte zu finden.

Er hat seine urgemütliche Schwytzer Ruhe behalten, seine Reaktionen sind nicht die allerschnellsten. Er ist aber mit einer schönen Stimme gesegnet, die sowohl kirchliche wie auch weltliche Lieder zum Besten geben kann. Sein Gesang: “Glauhahaubeht miihhirr, vehhrtrrrauuuuuuut auf Goooottttt!” ist bei den Eskimos berühmt. Trotz seiner religiösen Gebundenheit ist Frank liberal eingestellt und übersieht viele Unzulänglichkeiten bei seinen Begleitern. Er betet erstaunlich selten, hat aber meist das Glück, aus brenzligen Situationen schnell zu entwischen.

 

Frank Stans (Kirchenmann)

Größe: 174 cm, Gewicht: 80 kg, rechtshändig – 25 Jahre – Ruhmespunkte: 15/4 – SG 3

St 74, Ge 68, Gw 84, Ko 77, In 91, mT 87, Au 55, pA 93, Sb 81, Wk 83

13 LP, 20 AP – B 19 – SchB+2 – Sechster Sinn+4

Waffenfertigkeiten: Schrotflinte+6 (2W6+1); Raufen+7 (1W6-2) – Abwehr+12, Ausweichen+12

Allgemeinbildung+10, Beredsamkeit+14, Erste Hilfe+8, Gesetzeskunde+13, Kunstverständnis+6 (bei Alphörnern +13), Linguistik+12, Naturkunde+5, Okkultismus+11, Überleben+8, Zeichensprache+10 

Sprechen/Schreiben: Deutsch +11/+11, Englisch +6/+6, Inuinnaqtun +6/0, Italienisch +19/+19, Latein +6/+12, Schwytzerdeutsch +19/+19