Neues vom Affrit

Neues vom Affrit

Wir waren zum Jahreswechsel 2017/2018 ja wieder einmal in Ägypten. Und wie jedes Jahr haben wir unsere Facebook-Beiträge in dieser Zeit unter ein Thema gestellt. Diesmal ging es um die aktuellen Aktivitäten des Affrit, einer nicht ganz unwichtigen Figur im Hintergrund unsere Kampagne. Vieles davon liefert, teils mehr, teils weniger gut versteckt, Hinweise und Vorschauen auf spätere Abenteuer.

Für diejenigen, die nicht jeden Beitrag gelesen haben, sowie jene, die gern alle Informationen an einem Ort haben möchten, veröffentlichen wir hier die gesammelten Einträge von 2017/2018 in der ursprünglichen Reihenfolge. Als Datum kann man sich den Jahreswechsel 1884/1885 vorstellen. Und wir haben noch ein paar Bilder hinzugefügt.

 

 

  1. Dezember:

Der Affrit erwacht aus einem geruhsamen Schlaf.

 

  1. Dezember:

“Man könnte mal wieder in der Heimat nach dem Rechten sehen”, denkt sich der Affrit.

 

  1. Dezember:

Dann denkt der Affrit an Herodot: “Ich will nun ausführlich von Ägypten erzählen, weil es mehr wunderbare Dinge und erstaunliche Werke enthält, als alle anderen Länder.”

 

  1. Dezember:

Der Affrit verlässt die Dahabije. Direkt vor ihm erhebt sich der Tempel von Luxor.

 

  1. Dezember:

Der Affrit denkt an Disraeli: “Der Osten ist eine Karriere.”

 

  1. Dezember:

“Es ist in Luxor bekannt, dass der Meister zurückgekehrt ist. Seinen Aufenthaltsort kennt keiner. Genauso wenig wie seine wahre Identität. Er hat 1000 Gesichter und 10000 Namen.”
(Daoud in Der Herr des Schweigens von Elizabeth Peters)

 

  1. Dezember:

Der Affrit studiert aufmerksam eine drei Jahre alte Illustration eines britischen Panzerzuges.

 

  1. Dezember:

“Das ist schon ganz gut”, denkt sich der Affrit. “Man könnte das aber deutlich besser machen.”

Er lässt sich Papier und Feder bringen und schreibt einige Briefe.

 

  1. Dezember:

“Es wäre wirklich schön, wenn Luxor einen Bahnhof hätte”, denkt sich der Affrit, “dann wären die Briten wenigstens zu etwas gut.”

 

  1. Dezember:

Der Affrit reist nach Assiut und schaut sich dort in verschiedenen Verkleidungen ausführlich den Bahnhof und seine Gleisführung an.

 

  1. Januar:

“Es wäre schön, ein bisschen Vanadium zu haben”, denkt sich der Affrit. “Für irgendetwas müssen diese ganzen Syndikate unter meiner Kontrolle doch gut sein.”

 

  1. Januar:

“Ich könnte mich aber auch an die Inheriten wenden”, denkt sich der Affrit dann. “Da war doch kürzlich etwas mit einem flugfähigen Panzeranzug …”

Der Affrit lässt sich Papier und Feder geben und schreibt einen Brief an Rame Tep.

 

  1. Januar:

Der Affrit erhält einen Brief. Einer seiner Mitarbeiter trägt ihm zu, dass der deutsche Überseehändler Paul Hochbruck sich mit dem Gedanken trägt, 1885/86 mit seiner Familie in Ägypten zu überwintern.

 

  1. Januar

Paul Hochbruck … das heißt automatisch auch Clara Hochbruck. Der Affrit hat keine guten Erinnerungen an dieses Mädchen. Verwicklungen über seinen Einflussbereich hinaus, dazu das andauernde Einmischen komischer Leute … und die Unzuverlässigkeit dieses Nemo.

 

  1. Januar:

Der Affrit ist unschlüssig. Clara Hochbruck … das ist wichtig. Aber unberechenbar. Er könnte sich an die Scholomanten wenden. Aber wäre das weise?

Dies klingt nach einem Drei-Wasserpfeifen-Problem.

 

  1. Januar:

Bereits während der zweiten Wasserpfeife wird dem Affrit klar, dass es höchst unweise wäre, sich gerade jetzt an die Scholomanten zu wenden.

Gegen Ende der dritten Wasserpfeife hat er sich entschieden, diese Frage bis auf weiteres aus seinem Gedächtnis zu verbannen.

 

  1. Januar:

Sicher, Clara Hochbrucks verwandtschaftliche Verhältnisse sowie ihre Abkunft sind hochbrisant – das kann der Affrit selbst den lückenhaften Dokumenten entnehmen, die ihm vorliegen. Und dabei geht es weniger um ihre letztliche Herkunft auf den Schreiber dieses Papstes. So etwas ist nur für religiöse Traditionalisten von Interesse. Und der Affrit ist kein religiöser Traditionalist.

 

  1. Januar:

Ihre aktuelle, wenn auch entfernte, Verwandtschaft hingegen … vor allem diese … wie war der Name noch gleich? Wilhelmina? Das kann zu Problemen führen. Aber noch nicht jetzt. Dazu müssen noch ein paar Jahre vergehen, Sicherlich wird da vor den frühen Neunzigern nichts geschehen.

 

  1. Januar:

Am nächsten Tag erhält der Affrit einen Eilbrief von Rame Tep. Das mit dem Panzeranzug hat nicht so funktioniert, wie es sollte. Und die Namen, die in diesem Schreiben erwähnt werden, sind die gleichen Namen, die immer wieder in Zusammenhang mit Clara Hochbruck auftauchen. Das ist lästig und … unschön, findet der Affrit.

 

  1. Januar:

“Also gut”, denkt sich der Affrit, “dann muss ich mir das Vanadium eben anderweitig besorgen.”

Er bestellt einige seiner Unterlinge zu sich und schickt sie mit eindeutigen Befehlen nach Kairo und Alexandria.

 

  1. Januar:

Bereits am nächsten Tag treffen die Antworten ein: Das Projekt läuft!

Der Affrit ist zufrieden: Wenigstens auf die Ägypter ist noch Verlass!

 

  1. Januar:

Damit ist der Affrit einstweilen zufrieden. Wenigstens in Ägypten läuft alles nach Plan. Anderswo halt nicht. Er kann leider nicht überall sein.

 

 Januar:

Der Affrit besteigt in Alexandria ein Schiff nach Brindisi. Er gönnt sich den kleinen Scherz, sich als “Herr Aslimi” einzubuchen. Es wird Zeit, wieder in Europa nach dem Rechten zu sehen …

 

Bonus: 19. Januar:

Im Nachgang zum Affrit:

Er hatte sich kurz überlegt, ob er einen kleinen Neujahrsgruß hinterlassen sollte. Er weiß sehr wohl, dass es mittlerweile Berichte über seine Aktivitäten gibt, die meist von ebenjenen Personen verfasst werden, die so gern seine Kreise stören. Zum Glück sind die meisten davon grausig schlechte Romane, die sich wenig von anderen ihrer Gattung abheben. Die wenigen Zeitungsartikel finden sich eher ab Seite 12 und erwecken kaum Aufmerksamkeit.

Aber es könnte ja nichts schaden, diesen Leuten zu zeigen, dass der Affrit über ihre Aktivitäten Bescheid weiß.

Dann wiederum hat er den ganzen Rummel um Issa nie so richtig verstanden. Vielleicht sollte man das nicht noch bestärken.